Donnerstag, 14. März 2013

The Wall * Die Wand

Ich habe mich nie nachts im Wald gefürchtet, während ich in der Stadt immer ängstlich war.


Eine Frau will mit ihrer Cousine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau eine eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von den übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.
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Marlene Haushofer beschreibt in ihrem Werk die Geschichte einer Frau, die allein in einer Jagdhütte zurückgelassen wird. Das Ganze geschieht in der Ich-Form bzw. schreibt die Protagonistin darüber, dass ein Mann zwei ihrer Tiere getötet hat, und sie nicht so recht weiß, wie sie nun mit dieser Situation umgehen soll.

Ihren "Leidensweg" teilt sie dem Leser auf 276 Seiten mit, die ihn einsam, still und nachdenklich machen. Doch die Darstellerin selbst jammert nicht. Sie selbst findet sich in ihrer Situation - dem plötzlichen Auftauchen einer Wand, hinter der alles unbeweglich, verlassen, tot ist - so gut es geht zurecht. Nach und nach laufen ihr einige Tiere zu, mit dem alten Jagdhund macht sie sich auf den Weg, um zusätzliche Nahrungsmittel zu besorgen und lebt vor sich hin.

Haushofer hat mit ihrem Werk nicht nur einen Bestseller und eine Filmvorlage geschaffen, sie hat ein Werk geschaffen, in das man sich zurückziehen kann.

Diese Buch kann/soll man nicht lesen, wenn man Spannung, Action, Liebe, Fantasie, Komödie, Tragödie etc. sucht. Während man dieses Buch liest, durchlebt man eine Phase der Einsamkeit, Verstörtheit und Trägheit. Man zieht sich vollkommen aus der Welt zurück und taucht in eine abstrakte Welt ab, in der es nichts gibt, außer den kleinen Funken Hoffnung zu überleben. Man schaltet alles um sich herum ab, das melancholisch angehauchte Buch reißt einen mit in einen Zwiespalt - in einen Zwiespalt zwischen 'Das Buch sofort weglegen' und 'Das Buch soll niemals enden'.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Verfilmung dieses Literaturklassikers. Hochgelobt wird der Film, in der eine Frau umgeben von einer durchsichtigen Wand lebt. Mit Hoffnung. Mit Liebe.




Die Wand
Marlene Haushofer
List Verlag



Persönliche Note: ♫ ♫ 


4 von möglichen 5 Punkten: Ein Klassiker, der es schon jahrelang ist und nun wieder auferstanden ist. Die Geschichte ist eindringlich und zugleich verstörend. Doch sie bringt einen zum Nachdenken. Über das Leben, Gesellschaft, Einsamkeit. Über Hoffnung, Kampf, Liebe. Ein Literaturklassiker, der zurecht als so einer bezeichnet wird. Auch wenn es schwer ist, das Buch zu lesen, belesenen Menschen darf dieses Buch einfach nicht entgehen. Es ist nicht für jeden ratsam, da man hier nicht nur eine einfach Geschichte vor sich hat. Man muss zwischen den Zeilen lesen, um Haushofers Werk richtig zu interpretieren.















Kommentare:

  1. Hallo Tanja :)
    Deine Rezi ist wirklich schön. Ich habs auch gelesen und könnte es nicht besser beschreiben!

    Schau mal ich hab dich getagged, falls du Lust hast ;)
    http://anjasbuecher.blogspot.co.at/2013/04/tag-leseticks.html

    Viele Grüße
    Anja

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  2. Danke :) Das Buch scheidet die Gemüter ja, die einen sagen es ist eine Katastrophe, die andern preisen es als riesigen Literaturklassiker an :)

    Hey danke ;) Werd mich, sobald ich ein bisschen Zeit hab sofort damit beschäftigen :)

    Liebe Grüße

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Danke für deine Rückmeldung :)