Dienstag, 11. Juni 2013

Leseempfehlung: Marcello D'Orta

Follow my blog with Bloglovin
Meiner Meinung nach stammt jeder auf seine eigene Weise ab. 
Kommen Tiere in den Himmel?
Aufgrund von scheinbar unendlich viel Lernstress, kann ich derzeit keine neue Rezension online stellen, da meine Abendlektüre derzeit aus dem "Oxford Dictionary" und "Phonetik und Phonologie" besteht, womit ich euch bestimmt keine große Freude bereiten kann. Daher hier ein kleines Special meinerseits: eine Leseempfehlung!

Marcello D'Orta wurde 1953 in Neapel geboren und unterrichtete jahrelang im neapolitanischen Umland. Berühmtheit erlangte er, da er die Aufsätze seiner Schüler sammelte, ein Buch daraus machte und veröffentlichte. Daraus entstanden bereits mehrere herzzerreißende Aufsatzsammlungen neapolitanischer Volksschüler über verschiedene Themen. Geprägt von den Erlebnissen mit der Mafia, gewalttätigen Eltern und schlimmen Lebensumständen, sind diese Geschichten ein Leseerlebnis der anderen Art. Die unschuldige, naive und zugleich erfrischend herzhafte Art, wie diese jungen Menschen mit den unterschiedlichen Thematiken umgehen, bringen jedes Herz zum Lachen, Weinen, Mitfühlen und Nachdenken. Lassen Sie sich verzaubern von diesen einzigartigen Büchlein, die uns in eine neue Welt führen, eine neue Welt zeigen und sie durch die Augen von Kindern betrachten. 



Kommen Tiere in den Himmel? 

Jeder Schulaufsatz wird mit einer kurzen Frage begonnen. Auf diese Frage gehen die Schüler dann im darauffolgenden Text ein. Was dabei herauskommt ist eine Mischung aus witzigen und interessanten Ideen, eine Mischung aus Wissensdurst und kindlichen Gedankengängen, die zum Staunen und Lachen animieren. Auf die Frage: Ein Wissenschaftler hat festgestellt, dass der Mensch vom Affen abstammt. Wie denkst du darüber? kam zum Beispiel in der Antwort folgender Gedankengang zu stande: 
Für mich stammt der Mensch immer vom Mensch ab, trotzdem verstehe ich eins nicht: Wann kommt denn der Urmensch? Adam und Eva waren keine Urmenschen, denn sie haben gut gesprochen und sind auf zwei Beinen gegangen. Und gab es denn schon Säugetiere zu der Zeit, und wann kommen die prähistorischen Tiere? Ich verstehe das nicht so richtig, das Einzige, was ich weiß, ist, wir stammen nicht von Affen ab. D'Orta, Marcello (2009). Kommen Tiere in den Himmel? Zürich: Diogenes.

Die witzigen und lustigen Ideen der Kinder wurden unverändert übernommen und so gestalten sich von Seite zu Seite immer wieder neue, spannende Geschichten, in einer kinderleichten Sprache und mit Ideen und Vorstellungen, wie sie nur ein Kind haben kann. Ob die Abstammung von Affen, Stierkämpfen, illegale Tierkämpfe oder Tierschutz, ungeschminkt und voller Witz und Charme werden die Eindrücke der Kinder geschildert. 


Erkläre was ein Tierschützer ist 
Manche Tiere haben von Geburt an Pech, sie heißen Versuchskaninchen, und deswegen landen sie direkt in den Labbors. Der Tierschützer versucht dazwischenzufunken, aber es bringt nicht viel. Ich bin auch ein Tierschützer.

In Afrika ist immer August

Das Wasser ist ein Gottesgeschenk: ich weiß, dass es frisch ist, wenn es regnet, wenn es den Bach runterkommt von der Quelle und das Wasser bildet. Das Meer, die Flüsse, die Meere, die Seen, die Wasserfälle, der Po, alle sind Wasser! Aus dem Wasser kriegt man Strom. Die Wasserindustrien fangen ihn aus Wasser, und dann kriegt man Licht, den Ofen, den Stecker, das Fernsehen, die Glühbirne: aber es ist immer aus Wasser. Wenn Jesus das Wasser nicht schicken würde, wäre es ein Unglück. Die Pflanzen würden sich verkrumpeln, die Bäume schlaff, die Erde hat Durst, die Tiere würden sterben, ich würde sterben.
Das Wasser dient aber nicht nur zum Wasser trinken, es dient auch zum sich waschen:
1) das Gesicht2) die schmutzigen Füße3) die Haare4) den ganzen Körper
Dann dient es auch dazu, das Auto zu waschen, die Nudeln zu kochen, den Bart zu rasieren und Sodawasser zu machen. Das Wasser ist ein Gottesgeschenk, aber in Kalabrien ham sies nicht im Sommer. D'Orta, Marcello (1993). In Afrika ist immer August. Zürich: Diogenes.

Kurzgeschichten zum Schmunzeln, die neuartigen und aberwitzigen Ideen vor dem Hintergrund des von Armut geplagten Lebens der Kinder, ein großartiges Werk. Rechtschreib- und Grammatikfehler wurden übrigens beibehalten, die Texte wurden in keiner Weise geändert. Daher findet man auch in der übersetzten deutschen Ausgabe mehrmals Rechtschreibfehler. 


„Zu Zeiten Noahs lebten die Menschen sechshundert, siebenhundert, auch achthundert Jahre. Manche Großeltern kamen sogar auf tausend Jahre.“

„ Dem armen Hiob sein Leben war ein einziges Pech. Er war reich, hatte Ehefrauen und Esel, Söhne und Kamele, Ochsen und Schafe. Es mangelte Ihm an nichts. Er war auch gut, großzügig und gehorsam: wenn ihm eine Ehefrau oder ein Esel starb, sagte er “macht nichts“.

Weitere, bisher ungelesene Werke:

Stiefmütter kriegen keine Kinder
Gott hat uns alle gratis erschaffen




1 Kommentar:

  1. Hey,
    du wurdest getaggt :)

    Liebe Grüße Claudia
    http://justwrittenbycla.blogspot.at

    AntwortenLöschen

Danke für deine Rückmeldung :)